Der Konvent der evangelischen Krankenhausseelsorge in Westfalen
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Vollversammlung des Konvents 2007

Während der Aussprache zum Tätigkeitsbericht: Thomas Jarck, Matthias Mißfeldt, Stephan Happel

Der Konvent der Krankenhausseelsorge in der EKvW kam am 14. Mai 2007 zu seiner jährlich stattfindenden Vollversammlung zusammen, die zum letzten Mal in Iserlohn stattfand, weil Haus Ortlohn zum Ende des Jahres schließt.

In seinem Tätigkeitsbericht stellte der Vorsitzende des Konvents, Pfarrer Matthias Mißfeldt, die Ökonomisierung des Gesundheitssystems und seine Auswirkung auf die Krankenhausseelsorge in den Mittelpunkt. Das Problem der Knappheit des Geldes und der ungleichen Verfügbarkeit von Ressourcen ist in unserer Gesellschaft gerade im Gesundheitssystem besonders augenfällig. Die Spannung zwischen medizinischem Fortschritt einerseits und seiner Finanzierbarkeit andererseits vergrößert sich ständig.
Die evangelische Krankenhausseelsorge steht mitten in diesem Spannungsfeld. Sie hat aus Schrift und Bekenntnis ihren Auftrag und ihr theologisches Selbstverständnis darin, Menschen in Übergangs- und Krisensituationen zu begleiten, zu unterstützen und die Deutung des christlichen Glaubens anzubieten. Die evangelische Kirche ist mit ihrer Krankenhausseelsorge damit im Lebensraum Krankenhaus präsent und symbolisiert über die einzelnen Leistungen und Tätigkeiten der Seelsorgenden hinaus damit die Gegenwart Gottes im Leben der Menschen und an seinen Grenzen. Die Frage ist, wie von dieser Grundlage her eine betriebswirtschaftliche Sichtweise des seelsorglichen Handelns gesehen werden kann. Es wird in Zeiten immer knapper werdender Mittel die Frage zu stellen sein, ob die Seelsorge nicht auch ihre Kosten ökonomisch erwirtschaftet. Als ein Beispiel sind die nach Zertifizierungsprozessen der Kliniken einzurichtenden Ethikkomitees zu nennen. In diesem Feld wird der Krankenhausseelsorge große Kompetenz zugeschrieben und Auskunftsfähigkeit erwartet. Solche ökonomischen Vorteile sollten die Kliniken der Evangelischen Kirche von Westfalen als Anstellungsträgerin der Krankenhausseelsorge in Form von Refinanzierungen weitergeben.

Auf diesem Hintergrund hat der Konvent zwei zukunftsweisende Beschlüsse gefasst. Zum einen wurde der Vorstand beauftragt, im Rahmen der Bemühung um die Refinanzierung der Krankenhausseelsorge das Ziel zu verfolgen, sie als Leistung ins Sozialgesetzbuch (SGBV §39) aufzunehmen, um sie als notwendigen Bestandteil der Patientenversorgung im Krankenhaus verstehbar zu machen. Außerdem beschloss der Konvent, die Landeskirche um die Prüfung zu bitten, inwieweit ein Landespfarramt für Krankenhausseelsorge eingerichtet werden kann, um Fragen der Refinanzierung und Qualitätssicherung in der Krankenhausseelsorge zu bündeln und zentral zu unterstützen.

Der Konvent legte auch die Themen der Tagungen für 2008 fest, die in Haus Villigst stattfinden werden. Im Januar wird sich der Konvent mit dem Thema „Patientenverfügungen“ und im Mai mit der Problematik „Trauer und Depression“ beschäftigen.

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