Der Konvent der evangelischen Krankenhausseelsorge in Westfalen
Startseite

Berichte und weiterführende Informationen zu Tagungen und Veranstaltungen des Konvents.

2016

Referentin Referent Teilnehmende Podium Teilnehmende Abend der Begegnung Vorbereitungsgruppe

„Irren ist menschlich. Krankenhausseelsorge trifft auf psychisch belastete Menschen.“
Jahrestagung
02. Mai – 04. Mai 2016
eine Kooperationstagung mit dem Fachbereich „Seelsorge“ im IAFW

Auf unserer Jahrestagung ging es um die Klärung der eigenen Haltung gegenüber Menschen in besonderen psychischen Zuständen bzw. manifesten psychischen Erkrankungen. Fragestellungen dazu waren: Wie können Kontakt und Beziehung unabhängig vom Krankheitsbild gelingen? Welches ist unsere Rolle im therapeutischen Team? Bringen wir, jenseits des Behandlungsauftrages oder eingebunden in denselben, eine andere, speziell seelsorgliche Perspektive in die Begegnung ein bzw. stellen wir sie zur Verfügung?
Im Akutkrankenhaus erleben wir, daß Menschen in Krise  sich  trotz einer belastenden Diagnose angepasst verhalten und fast unsichtbar sind. Oder sie wirken vielleicht gerade wegen der gleichen Diagnose  störend und laut. Wie können wir als Seelsorgende sowohl die „Leisen“ wahrnehmen, als auch mit den „Lauten“ in Kontakt treten, trotz der oder vielleicht gerade mit den verstörenden Reaktionen, die sie auch bei uns hervorrufen?
Um nicht der Gefahr einer vorschnellen Pathologisierung zu erliegen, galt es, zwischen einem angemessenen  Modus der Verarbeitung eines Krankheits- oder Trauerprozesses und einer manifesten psychischen Erkrankung differenzieren zu können. Das hierzu nötige Hintergrundwissen wollten wir auf dieser Tagung vermitteln.
Als Seelsorgende in somatischen Akutkrankenhäusern und psychiatrischen Kliniken wollten wir  Wissen, Erfahrungen und hilfreiche Interventionen aus der Begegnung mit psychisch belasteten Menschen miteinander teilen.
Dienstag, den 03.Mai 2016 widmeten wir uns in einem ersten Schritt in  Vorträgen und Gesprächen unserem Thema. Einen biblisch-theologischen Zugang zur seelsorglichen Haltung eröffnete Professor Jürgen Ebach mit einem Vortrag zum Thema „Biblische Erinnerungen zur „Mitleidenschaft“ (compassion)“. Seine Wahrnehmungen und Einsichten haben wir anschließend in Arbeitsgruppen vertieft und den Transfer auf die Krankenhausseelsorge versucht.
Am Nachmittag wurde die systemische Perspektive auf die Begegnung mit psychisch belasteten Menschen anhand von Fallbeispielen entwickelt. Dr.med Mechthild Buiker-Brinker, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Leitende Oberärztin im St. Rochus-Hospital  in Telgte stellte aus der Sicht ihrer Profession hilfreiches Wissen und Möglichkeiten einer  angemessenen Haltung dar, welche für die Kommunikation mit psychisch belasteten Menschen und das Gestalten einer seelsorglichen Beziehung bzw. Begleitung förderlich ist.
Ein Podiumsgespräch mit Frau Dr. Buiker-Brinker und Professor Ebach  beschloss mit den Erwartungen einer psychiatrisch bzw. psychotherapeutisch tätigen Ärztin und eines Theologen an die Krankenhausseelsorge den Diskurs.
Am Abend eröffneten zwei Workshops (Alexandertechnik) einen leiblichen Zugang zur  eigenen seelsorglichen  Haltung.
Mittwoch, den 04.Mai 2016  vertieften wir Themen aus der Arbeit am ersten Tag durch Fallbeispiele, kollegiale Beratung und Erfahrungsaustausch in Arbeitsgruppen. Sie wurden von Kolleginnen und Kollegen aus der Psychiatrieseelsorge geleitet.  
Tagungsbeginn und -abschluss
Die Jahrestagung eröffnten wir am Montag, den 02. Mai um 19.00 Uhr mit dem Abend der Begegnung. Wir beendeten sie mit Reisesegen und anschließendem Mittagessen am Mittwoch, den 04. Mai um 13.00 Uhr.                                 
 Literatur zur Vorbereitung auf die Tagung
Matthias Hammer, Irmgard Plößl,  Irre verständlich. Wie Menschen mit psychischen Erkrankungen wirksam unterstützen, Bonn ² 2013 
Klaus Dörner, Ursula Plog (u.a.),  Irren ist menschlich. Lehrbuch der Psychiatrie und Psychotherapie,           Bonn ³2007
Daniel Hell, Über Depression, Zürich 2013  als Download verfügbar, siehe link:
http://www.daniel-hell.com/index_html_files/Ueber_Depression.pdf
Wolfgang Wiedemann,  „Krankenhausseelsorge und verrückte Reaktionen. Das Heilsame an psychotischer Konfliktbewältigung, Göttingen 1996
„Etwas Besseres als den Tod…“ Suizidalität im Alter. Welche Krisenhilfe ältere Menschen benötigen und wie man sie vor Ort organisiert. Impulse und Praxiserprobungen des Projektes Lebenslinien 20111-2014.  als Download  direkt  mit dem folgenden Link: http://www.diakonie-rwl.de/cms/media//pdf/aktuelles/2014-pdf/2014-01-21-HandbuchLebenslinien-web.pdf

Dr. Thorsten Moos Tagungsteilnehmende
Am 27. Januar 2016 fand in der Ev. Tagungsstätte Haus Villigst die Fachtagung des Konvents zum Thema Ethik in der Klinikseelsorge - Rollenvielfalt in der Ethikberatung statt. Dr. Thorsten Moos, Physiker und Theologe, Leiter des Arbeitsbereichs Religion, Recht und Kultur an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST), leitete das Forschungsprojekt „Seelsorge und Ethik“ und stellte die Ergebnisse dieser Studie vor, in der u.a. das Rollenspektrum in Fragen klinischer Ethik aus den Interviewäußerungen von Klinikseelsorgenden analysiert und die Gestaltung von Entscheidungsprozessen reflektiert wird. Die Tagungsteilnehmenden, neben Klinikseelsorgenden gehörten auch zwei Ärzte zu diesem Kreis, beschäftigten sich nach diesem Impulsreferat mit Fragen zu ihrer Rolle in ethischen Situationen.

Download Tagungsflyer

Als Klinikseelsorger/innen werden wir im Klinikalltag auf die unterschiedlichste Weise mit ethischen Situationen konfrontiert. Wir werden zu Augen- und Ohrenzeugen und sind selbst Handelnde in den Konflikten, die in Behandlungssituationen entstehen oder die in ethischen Fallgesprächen zur Sprache kommen.
Wie bringen wir uns ein? Welche Haltungen vertreten wir?
Welche Verhaltensspielräume nutzen wir? …
Die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft Heidelberg (FEST) hat ethische Situationen in der Klinikseelsorge untersucht und eine Studie dazu durchgeführt. Darin wird u.a. das Rollenspektrum in Fragen klinischer Ethik aus den Interviewäußerungen der KlinikseelsorgerInnen analysiert und die Gestaltung von Entscheidungsprozessen reflektiert.
Die Fragestellungen der Studie sind:
Wie sind Seelsorgerinnen und Seelsorger mit Fragen klinischer Ethik konfrontiert?
Wie gehen sie mit ethischen Problemen um?
Welche Spannungen treten dabei auf?
Welche „ethische Kompetenz“ brauchen sie und wie ist diese auszubilden?

Dr. Thorsten Moos wird als Referent für den gesamten Tag mit uns arbeiten und unsere Erfahrungen und spezifischen Fragen aufnehmen.  
Zur Person: Dr. Thorsten Moos ist Physiker und Theologe. Er leitet den Arbeitsbereich Religion, Recht und Kultur an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) und leitete das Forschungsprojekt „Seelsorge und Ethik“. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Bio- und Medizinethik, Krankheitsbegriffe, Theologie und Kulturwissenschaften sowie Grundfragen theologischer Ethik. Er ist Pfarrer und war langjähriges Mitglied einer Landesethikkommission.
Diese Tagungseinladung richtete sich auch an andere Berufsgruppen im Krankenhaus wie Ärzte/innen, Pflegende und Therapeuten/innen, die über ihre eigene Rolle bei ethischen Fragestellungen nachdenken wollen.

Tagungsablauf
Bis 9.30 Uhr             Anreise
 9.30 – 9.45              Stehkaffee
 9.45 – 10.00            Begrüßung          (Matthias Mißfeldt)
10.00 – 11.15           Ethische Situationen in der Klinikseelsorge
                                 Dr. Thorsten Moos stellt die Studie der FEST vor
Rückfragen?
11.30 – 12.30           Gruppenarbeit:

12.30 – 14.00           Mittagspause
14.00 – 15.30           Weiterarbeit in den Gruppen des Vormittags:
                                 Ethisches Fallgespräch – Planspiel
Kaffee und Kuchen stehen im Foyer bereit
15.30 – 16.30           Zuspitzung und Vertiefung im Gespräch mit dem Referenten Dr. Thorsten Moos:
                                 Aspekte der Rollenvielfalt und der ethische Kompetenz in der Klinikseelsorge
16.30 Uhr                 Verabschiedung       (Dr. Friederike Rüter)
[zum Seitenanfang]

 
Impressum | Datenschutzerklärung | Haftungsausschluss