Der Konvent der evangelischen Krankenhausseelsorge in Westfalen
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Berichte und weiterführende Informationen zu Tagungen und Veranstaltungen des Konvents.

2014

NOVEMBER
Vom 6.-7. November 2014 fand die Deutsch-Niederländische Tagung zum Thema "O God, mijn lichaam!? - Oh Gott mein Körper!? Lichamelijkheid in de geestelijke verzorging - Körperorientierung in der Krankenhausseelsorge" im Tagungszentrum Haus Nordhelle in Meinerzhagen-Valbert statt.

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Oh Gott, mein Körper!?
Körperorientierung in der Krankenhausseelsorge


Seelsorge hat es immer mit dem ganzen Menschen zu tun, in einer Einheit von Körper, Seele und Geist. Und besonders in der Krankenhausseelsorge geht es auch explizit um den Körper, den erkrankten, leidenden, Körper, der, empfindsam, mitteilsam, in der Seelsorge wahrgenommen wird. Zeitgemäße Seelsorge arbeitet aus diesem Grundverständnis heraus darum auch körperorientiert.
Methodisch basiert der von Dr. Irmhild Liebau entwickelte Ansatz der Körperorientierten Seelsorge auf der Bioenergetischen Analyse, einem körperorientierten, tiefenpsychologisch fundierten Körper-Psychotherapie-Verfahren, das in die Seelsorge-Arbeit integriert und entsprechend für dieses Arbeitsfeld modifiziert wird. Neu daran ist, die Erkenntnisse aus Tiefenpsychologie und Seelsorge zu erweitern auf die kognitive, emotionale, affektmotorische und körperliche Wahrnehmungsebene.

Die Tagung gibt einen kleinen ersten Einblick in diese Art der Arbeit, den Körper in die Seelsorge, besonders im Krankenhaus, einzubeziehen. Dabei wird auf die folgenden Themen eingegangen:

- Was würde mir mein Körper sagen, wenn er zu mir sprechen könnte? 
- Wie spricht der Körper von PatientInnen zu mir – und mein Körper zu PatientInnen? 
- Die Konfrontation mit dem leidenden Körper löst existentielle Fragen aus. Wie wirken sich körperliche Krankheit, Schmerzen und Leiden im Seelsorgekontakt aus? Auf meinen Glauben, meine Spiritualität und Theologie?

Diese Themen werden auf der körperlichen, seelischen und geistigen Ebene erarbeitet und erfahren. Dafür braucht es die Bereitschaft, sich auf seinen Körper einzulassen.

Arbeitsweisen
Um den Körper in die seelsorgliche Arbeit mit einbeziehen zu können, ist es wesentlich, die eigene Selbst- und Fremdwahrnehmungskompetenz zu erweitern um die Körperwahrnehmung, die des eigenen Körpers und der Patienten/innen. So werden wir auf dieser Tagung im wesentlichen mit Körper-Übungen aus der Bioenergetischen Analyse und anderen Körperpsychotherapieverfahren und von mir für den Seelsorgebereich weiter entwickelten Körper- und Wahrnehmungs-Übungen arbeiten; auch werden kleinere Theorie-Inputs, Austausch in Kleingruppen und Plenum, Fallbeispiele, eigene körperseelsorgliche Praxis-Sequenzen, Falldokumentationen u.ä. vorkommen.

MAI

Vom 26.-28. Mai 2014 fand die Jahrestagung zum Thema „Brüche im Gottesbild – eine Herausforderung für die Seelsorge" im Tagungszentrum Haus Villligst in Schwerte statt.

Für nicht wenige Menschen zerbrechen gerade in existentiellen Krisen die angeeigneten oder beigebrachten Gottesbilder. Menschen, die von einer lebensbedrohlichen Diagnose oder dem Verlust eines nahestehenden Menschen erschüttert werden, fragen gleichwohl nach Gott, um Halt und Trost zu finden.
Solche Situationen sind auch eine Herausforderung für uns  Seelsorgende und fragen unseren Glauben und unser Reden an. Die geistliche Not der Menschen wahrnehmen und für sie manchmal auch schweigend da zu sein, ohne trostlos zu werden, gehört zu unseren Aufgaben. Wie kann seelsorgliche Begleitung in Glaubens- und Lebensvergewisserung münden? Die Tagung verbindet theologische Reflexion und geistliche Praxis. Und sie bietet Gelegenheit zum Reden von, mit und über Gott.
Die persönliche Frömmigkeit und die Hauptlinien der theologischen Tradition halten sich – aus guten Gründen – gemeinhin an die Treue, Unwandelbarkeit und Verlässlichkeit Gottes. Damit aber wird nicht nur ein Bereich menschlicher Welt-, Fremd- und Selbsterfahrung latent von der Möglichkeit abgeschnitten, auch als Gotteserfahrung wahrgenommen zu werden.  Es werden auch Erfahrungen Gottes selbst, wie sie besonders die Bibel Israels artikuliert, ausgeblendet und bleiben in ihrem biblisch-theologischen und geistlich-existentiellen Potential brach liegen. Ausgehend von dem bewegenden Selbstzeugnis Gottes in Hos 11 zeigt   Dr. Jan-Dirk Döhling diese Potentiale in exegetischen und theologischen Erwägungen zum  biblischen Zeugnis von der Brüchigkeit Gottes auf.
Professor Günter Thomas  entfaltet vor dem Hintergrund klassischer Formen der Theologie und Frömmigkeit und in Auseinandersetzung mit dem kanonischen Gespräch Grundformen der krisenhaften Gottesbeziehung. Innerhalb dieses Tableaus der krisenhaften Beziehungsgestalten soll speziell die Frage aufgegriffen werden, ob Protest nur eine Phase in einem längeren Copingprozess ist oder ob der Protest als theologisch legitime 'Mobilisierung' der Aufmerksamkeit Gottes und als Appell an die lebensförderliche Beweglichkeit Gottes begriffen werden kann. Eine solche Theologie der Klage berührt nicht nur scheinbar selbstverständliche Gottesvorstellungen, sondern ist mit der Krise des Vorsehungsglaubens konfrontiert und lässt nach der Realistik der christlichen Hoffnung fragen.
Wir erwarten Anregungen für die Seelsorgepraxis, welche im Horizont der Unverfügbarkeit des Handelns Gottes steht. Wir lassen uns inspirieren durch Impulse aus Literatur, theologischer Reflexion, eigenen Erfahrungen und dem, was uns an Überzeugungen innerhalb der Seelsorge begegnet ist.
Referenten
1. Pfarrer Dr.Jan-Dirk Döhling, persönlicher Referent der Präses der Evang. Kirche von Westfalen,
2. Professor Dr. Dr. Günter Thomas, Professor für systematische Theologie, Ethik und Fundamentaltheologie an der Ruhr-Universität Bochum.

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