Der Konvent der evangelischen Krankenhausseelsorge in Westfalen
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Berichte und weiterführende Informationen zu Tagungen und Veranstaltungen des Konvents.

2011

Juni
Jahrestagung vom 20. -22. Juni zum Thema „Kriegskinder und ihre Kinder / Das Unerledigte schwingt zwischen den Zeilen - ein Versuch, schwer Fassbares zu begreifen."

Kriegskinder leiden heute weit häufiger unter psychischen Störungen wie Ängsten, Depressionen und psychosomatischen Beschwerden als der Bevölkerungsdurchschnitt. Jedes Zehnte der 1930-1945 geborenen Kriegskinder ist durch die Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg traumatisiert. Die wenigsten führen ihre Leiden allerdings auf ihre Erfahrungen im Krieg zurück. Ihnen schien das Erlebte normal, und sei es noch so grauenhaft gewesen. Die Gefühle dazu haben sie abgespalten. Inzwischen haben die Kriegskinder ihr unverarbeitetes Trauma unbewusst an die eigenen Kinder „weitergegeben“. Viele Kinder der Kriegskinder, im wesentlichen Angehörige der 1960er Jahrgänge, haben die Ängste ihrer Eltern sozusagen „geerbt“. Sie sind von den Verlust- und Mangelerfahrungen geprägt, ohne den Krieg selbst erlebt zu haben.

Auf die Arbeit in der Krankenhausseelsorge nimmt diese Thematik in dreifacher Weise Einfluss. Erstens zeigen sich in der Generation der Kriegskinder Verhaltensweisen und Formen der Krankheitsbewältigung, die auf Traumareaktivierung schließen lassen. Zweitens werfen sie Fragen nach der Deutung und Integration psychi-scher und psychosomatischer Beeinträchtigungen auf. Drittens geht es um eine nachspürende Vergegenwärtigung der zugrundeliegenden Erfahrungen aus der Kindheit. Die Wahrnehmung und das Wissen um diese Phänomene zu vertiefen, wird Schwerpunkt der Tagung sein.

Durch die "transgenerationale Weitergabe" kommt auch die Biographie der eigenen Person in den Blick. Welchen Einfluss hat die eigene familiale Dynamik und Weitergabe von Kriegserfahrungen auf unser seelsorgliches Selbstverständnis und was bedeutet das für unsere Kommunikation und Beziehungsgestaltung gegenüber PatientInnen? Ein Workshop bietet Raum zur Spurensuche in der eigenen Geschichte und ihrer Wirkung auf das Selbstverständnis als SeelsorgerIn an. Ein anderer Workshop wird sich mit hilfreichen Ritualen und Aspekten für einen Ressourcen orientierten Kontakt beschäftigen.

FLYER

Schatz, Renate, Ressourcen und Rituale - Systemische Aspekte der Seelsorge mit Kriegskindern/Enkeln. Beitrag bei einem Workshop auf der Jahrestagung 2011 in Schwerte/Villigst. [PDF 104 KB]

Tagungsverlauf

Montag, 20.06.2011

14:30 Kaffee 15:00 – 18.00 Konventsvollversammlung
19.00 Tagungseröffnung Abend der Begegnung mit Buffet, Gespräch und Musik Gert Hofmann, Klavier

Dienstag, 21.06.2011
09.00 – 09.10 Kanon-Singen / Einführung in den Tag
09.10 – 10.40 „Erlittenes Kriegstrauma und seine gefühlsmäßige Verarbeitung bis 1950/55“
Vortrag Prof. Dr. Hartmut Radebold, anschließend Diskussion
10.30 – 11.00 Kaffeepause
11.00 - 12.30 „Spätfolgen ab 1990/95“
Vortrag Prof. Hartmut Radebold, anschließend Gruppenarbeit
12.30 Mittagessen / Mittagspause
ab 14.00 Uhr Kaffeetrinken
14.30 – 16.00 „Die gegenwärtigen Situation“
Vortrag Prof. Dr. Hartmut Radebold, anschließend Gruppenarbeit
16.00 – 16.30 Pause
16.30 – 18.00 „Transgenerationale Weitergabe“
Impulsreferat Prof. Dr. Hartmut Radebold, anschl. Gruppenarbeit
18.00 Abendessen
19.00 – 20.30 „Transgenerationale Weitergabe“
Gespräch über Berichte von Zeitzeugen und ihren Kindern, Moderation: Prof. Dr. Hartmut Radebold

Mittwoch, 22.06.2011

09.00 – 09.10 Kanon-Singen / Einführung in den Tag
09.10 – 10.40 „Seelsorgliche Arbeit mit Kriegskindern und ihren Kindern“
Workshop 1: „Meine Eltern sind Kriegskinder" - Wie eigene Betroffenheit professionelles Handeln beeinflusst“ Katrin Röttjes
Workshop 2: „Ressourcen und Rituale- Seelsorge an Kriegskindern und ihren Angehörigen aus systemischer Sicht“ Impulsvortrag und Fallbesprechungen Renate Schatz
10.40 – 11.00 Kaffeepause
11.00 – 12.30 Schlussfolgerungen – Diskussion mit Referent und Referentinnen
Reisesegen
12.30 Mittagessen


Januar
Tagungsteilnehmer Fachtagung 2011 Tagungsteilnehmer Fachtagung 2011 Tagungsteilnehmer Fachtagung 2011 Referenten mit Kirchenrätin
Am 26. Januar 2011 fand in Schwerte die Fachtagung des Konvents zu Thema "Wes Brot ich ess des Lied ich sing? Wer bestimmt das Profil unserer seelsorglichen Arbeit?" FLYER
Wird und soll die Krankenhausseelsorge zu einer allgemeinen geistlichen Versorgung (geestelijk Verzorging http://www.vgvz.nl/) werden, die sich situativ in dem multireligiösen und multikonfessionellen Kontext des Krankenhauses und der Gesundheitsversorgung aufstellt? Wie werden konfessionelle Profile deutlich erkennbar bleiben, oder treten sie in einer allgemeinen Religiosität weiter zurück? Welchen Einfluss haben die (zunehmend gewollten) (Teil-) Refinanzierungen der Krankenhausseelsorge auf die praktische Arbeit und das Selbstverständnis von SeelsorgerInnen, und wie gestaltet sich das in zunehmend europäisierten und globalisierten Kontexten? Ist ein Mix aus spiritual care und pastoral care die zukunftsweisende Antwort auf das Zurückgehen volkskirchlicher Strukturen und die damit verbundene Relevanz der körperschaftlichen Großkirchen? Bietet die derzeitige Situation mit den schwindenden finanziellen und personellen Ressourcen der Kirchen nur die Perspektive auf einen allenfalls geordneten Rückbau der Krankenhausseelsorge oder eröffnet sie vielleicht Chancen, eine neue Relevanz im System der Gesundheitsversorgung zu gewinnen und zu verankern, und wenn ja, um welchen Preis? Das einzig wirklich Beständige ist die Veränderung. Dieser Herausforderung und den damit verbundenen Fragen stellten wir uns mit unseren ReferentInnen.

Referent Professor Dr. Dieter Beese, Superintendent des Kirchenkreises Münster
Referent Professor Dr. Dieter Beese, Superintendent des Kirchenkreises Münster und Vorsitzdender des landeskirchlichen Ausschusses für Seelsorge und Beratung
Referat: Was erwartet die Evangelische Kirche von der Krankenhausseelsorge?

sr diethilde
Referentin Sr Diethilde Bövingloh, Mauritzer Franziskanerin und Vorstand der Franziskus-Stiftung Münster
Präsentation zum Vortrag: Was erwartet ein katholischer Träger von der Seelsorge?

Elke Grothe-Kühn
Referentin Elke Grothe-Kühn, Geschäftsbereichsleitung Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. Geschäftsbereich Krankenhaus und Rehabilitation
Referat: Was erwarten die evangelischen Krankenhäuser von der Seelsorge? (Referat liegt noch nicht vor)

Professor Dr. Traugott Roser
Referent Professor Dr. Traugott Roser, LMU München, Lehrstuhl für Palliative Care
Referat: Spiritual Care und konfessionelle Bindung (Das Referat darf auf dieser Seite nicht veröffentlicht werden. Es kann bei der Webmasterin angefragt werden.)

Erika Bouwhuis
Referentin Erika Bouwhuis, Verbindungsfrau zur protestantischen Sektion der niederländischen Berufsvereinigung "Vereniging van Geestelijk Verzorgers in Zorginstellingen"
Referat: Geestelijke Verzorging in der Praxis

Dr. Martin Walton
Referent Dr. Martin Walton, Dozent und Lektor für Spiritual Care an der Protestantisch Theolologischen Uni Kampen
Referat: Geistliche Begleitung und Polyphonische Kompetenz. Das Profil der seelsorglichen Arbeit im Gesundheitswesen Geestelijk Verzorging

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