Der Konvent der evangelischen Krankenhausseelsorge in Westfalen
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Berichte und weiterführende Informationen zu Tagungen und Veranstaltungen des Konvents.

2009

Mai
„Wenn die Seelsorge in die Jahre kommt. Hinterm Horizont geht’s weiter“
Vom 18.-20.05.09 fand in Haus Villigst die Jahrestagung des Konvents statt, bei der es um den eigenen Standort in der Seelsorgelandschaft ging, um Perspektivwechsel und eine Zukunftswerkstatt Seelsorge 2016.

Tagungsflyer

Inmitten der sich stetig verändernden Systeme Kirche, Krankenhaus und Gesellschaft bewegt sich auch das eigene pastorale Handeln verstärkt in Veränderungsprozessen. Darin liegen auch Chancen zur aktiven Mitgestaltung. Über das eigene 'working in process' bietet die Tagung Möglichkeiten, diese Chancen wie Schätze zu heben: mit Kolleginnen und Kollegen mit je unterschiedlichen Berufsjahren und vor dem Hintergrund unterschiedlichster Berufsbiographien wird die eigene Arbeit neu in den Blick genommen und ein Perspektivwechsel ausprobiert. Die Tagung beginnt mit dem Abend der Begegnung und führt in drei Schritten durch das Tagungsthema:
• Welche Seelsorgekonzepte bzw. -theorien haben mich geprägt? Was bestimmt gegenwärtig mein seelsorgliches Handeln als Klinikpfarrer/in?
• Die Vergewisserung meines gegenwärtigen Ortes in der Seelsorgelandschaft bildet den Ausgangspunkt für einen anderen „verrückten“ Blick auf unsere Arbeit. Welche Perspektive schafft er mir?
• Das führt uns zur Zukunftswerkstatt „Krankenhausseelsorge“: es geht um biblische Vergewisserung und Ermutigung, inhaltlich wie organisatorisch-strukturell Visionen und Perspektiven der eigenen Arbeit zu entwickeln. Wir fragen nach dem, was zukunftsweisend ist für die Seelsorge angesichts sich verändernder Systeme. Am Ende dieser Tagung möchten wir genauer wissen, wo wir stehen und uns ermutigt fühlen, uns neu auf den Weg zu machen. Die Landschaft wird sich ändern und „hinter dem Horizont geht’s weiter“....
Referenten
Klaus Renzel, Pantomime, Gitarrist, Clown und Sänger, Münster
Ralph Frieling, Pfarrer und Bibliologleiter, Weslarn (Kirchenkreis Soest)
ModeratorInnen
Helga Rueß - Alberti, Pastorin i. R., Lehrsupervisorin DGfP, RCI/Rheinland/Westfalen, Ruth-Cohn-Institut für Themenzentrierte Interaktion, Bielefeld
Siegfried Brinkmann, Pfarrer i.R., Ehe- ,Familien und Lebensberater, Supervisor (EKFuL), Recklinghausen
Ulrich Wirth, Pfarrer i.R., Supervisor (KSA) , Dortmund
Matthias Mißfeldt, Klinikpfarrer, Supervisor,Dortmund

Januar


Am 21. Januar 2009 fand die Fachtagung des Konvents statt. Sie wurde erstmals gemeinsam mit dem Verband Evangelischer Krankenhäuser Rheinland, Westfalen, Lippe zum Thema Menschenwürde und Gesundheit in einer älter werdenden Gesellschaft ausgerichtet.
Referenten waren Dr. med. Bernd Meißnest, Chefarzt Abteilung Gerontopsychiatrie, Westf. Klinik Gütersloh, Pastor Walter Tschirch, Geschäftsführer EVK Herne, Erich Schützendorf, Geragoge, Viersen, Marlies Heeke, Dipl. Sozialarbeiterin, Fachberatungsstelle HORIZONT der Diakonie in Düsseldorf, Dr. med. Sabine Flesch, Med. Hilfe für Wohnungslose e.V., Düsseldorf, Dr. med. Klaus Kobert, Klinische Ethikberatung am EVK Bielefeld und Bärbel Uhlmann, Leitung Hospiz am Ostpark, Dortmund.

Den genauen Programmablauf können Sie hier herunterladen [PDF 3,62 MB]
oder Druckversion [PDF 52,5 KB] .

Menschenwürde beschreibt den zentralen Wert in der Geschichte Europas. In den konfessionellen Auseinandersetzungen in Europa im 16. und 17 Jahrhundert hat sich dieser Wert auf dem Hintergrund des christlichen Menschenbildes in der Aufklärung entwickelt. Politisch hat er seinen Eingang in die Verfassungen der Staaten Europas gefunden.
Im evangelischen Verständnis gründet die Unverlierbarkeit dieser Würde im schöpferischen Anreden Gottes, der ruft, was nicht ist, dass es sei (Rm 4,17). Allerdings ist und bleibt die Menschenwürde antastbar. Für die Veranstalter dieser Tagung stellt sich die Frage, ob nicht das (evangelische) Krankenhaus und das Gesundheitssystem im Weiteren ein zentrales Feld der Bewährung für die Unantastbarkeit der Menschenwürde in der Gegenwart ist.
Die zunehmende Ökonomisierung, die ihr folgende Arbeitsverdichtung und die sich an Produktionstandards der Schwerindustrie orientierende Strukturierung der Krankenhausorganisation im zertifizierten Qualitätsmanagement fordern ethische Perspektiven heraus. Die Frage nach der Wahrung der Menschenwürde stellt sich gerade dann, wenn widerständige PatientInnen nicht so ohne weiteres in das stromlinienförmige und straffe Programm des Klinischen Pfades und die jeweilige Grenzverweildauer der Fallpauschale hineinpassen. Gerade der Umstand, dass die Krankenhäuser nach wie vor der zentrale Ort menschlicher Lebensübergänge sind und bleiben muss uns ethisch herausfordern
Wir laden Sie berufsgruppenübergreifend (Medizin, Pflege, Seelsorge, Sozialdienst, Klinische Psychologie u. a. m.) ein, an diesen Fragen mitzudenken und interdisziplinär ins Gespräch einzutreten. Wir möchten das mit Ihnen nicht abstrakt theoretisch tun, sondern das Thema an einer Reihe von Handlungsfeldern konkretisieren. Von dort aus lässt sich erfahrungsbezogen vergewissern, was die Unantastbarkeit der Menschenwürde heute im Krankenhaus bedeutet.

 

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